Archive für November 2008

Stress, Mobbing und Burn-out am Arbeitsplatz

Product Description
Macht uns die Arbeit krank?

Die Weltgesundheitsorganisation hat Stress zu einer der größten Gesundheitsgefahren des 21. Jahrhunderts erklärt. Hauptstressquelle ist bei vielen Menschen die Arbeit.

- Unter großem Leistungs- und Zeitdruck entstehen Konkurrenzsituationen, die Mobbing begünstigen,
- Veränderungsdruck und Überforderung wiederum erzeugen Dauerstress.
- Wer sich vom Stress auffressen lässt, „brennt aus”, er ist erschöpft, hat das Gefühl, er kann nicht mehr. Er leidet unter dem Burn-out-Syndrom.

Doch Stress muss nicht immer krank machen. Der Mensch will gefordert werden, etwas leisten, seine Fähigkeiten unter Beweis stellen. Solcher Stress kann auch Spaß machen: Man ist zufrieden, wenn der Tag mit anregender Arbeit ausgefüllt war, wenn man sich mit ganzer Kraft für eine Sache eingesetzt hat. Das ist das attraktive Gesicht von Stress. Es gilt, Ihren eigenen Weg zwischen Veränderungsstress und Freude an der Arbeit zu finden.

- Was müssen Sie wissen, wenn Sie von Stress, Mobbing oder Burn-out betroffen sind? Die wichtigsten Informationen zu drei Belastungen im Arbeitsleben
- Selbsteinschätzungen, Übungen und Fragebögen analysieren Ihre individuelle Stresssituation sowie Ihre Stressverarbeitungsmuster
- Praxisorientierte Methoden zeigen Ihnen, wie Sie Stress bewältigen, mit Mobbing umgehen und Burn-out vermeiden können

Schwierige Situationen im Beruf meistern - Stress, Mobbing und Burn-out bewältigen! Jetzt bestellen bei amazon.de

Mobbing: Psychoterror am Arbeitsplatz und wie man sich dagegen wehren kann.

Kundenrezension: Das Buch von Heinz Leymann räumt mit einem alten Vorurteile auf, nämlich dass jeder, der von Mobbing betroffen ist, sich zunächst einmal an die eigene Nase fassen sollte. Natürlich ist Selbstreflektion wichtig, aber sie darf nicht dazu führen, dass das Mobbing-Opfer plötzlich nur noch über das eigene Verhalten nachdenkt - und nicht über das der Täter. Das Buch beweist eindrucksvoll: Es gibt kein typisches Schaf, das die Mobbing-Wölfe aus dem Wald lockt. Vielmehr kann jeder in die Schusslinie geraten, manchmal unabhängig vom eigenen Verhalten. Je eher man das Mobbing erkennt, je schneller und offener man es anspricht, desto eher lässt sich die Meute noch beändigen. Leymann beschreibt die psychologischen und empirischen Hintergründe. Schlussfolgerungen überlässt er dem Leser, mit “guten Ratschlägen” geht er sparsam um. Die Sprache ist, für einen Wissenschaftler, ziemlich gut lesbar. Mehr bei amazon.de

Mobbing: Der Ratgeber für Betroffene und ihre Interessenvertretung

Kurzbeschreibung
Mobbing ist an vielen Arbeitsplätzen zu beobachten. Vorgesetzte und Kollegen versuchen, Konflikte mittels Schikane und Ausgrenzung auf Kosten anderer zu “lösen”. Die Folgen sind schwerwiegend:
Für die Betroffenen reichen sie vom Verlust des Arbeitsplatzes über Klinikaufenthalte bis hin zum Suizid. Arbeitgeber sind mit einem schlechten Betriebsklima, hohen Ausfallzeiten und schlechten Arbeitsergebnissen konfrontiert. Die betriebliche Interessenvertretung ist oft unsicher, wie sie auf Mobbing reagieren soll.
Die Autoren - seit über zehn Jahren mit der Mobbingthematik in der deutschen Arbeitswelt befasst - zeigen rechtliche und außerrechtliche Handlungsmöglichkeiten auf. Ziel ist es, dem Mobbing am Arbeitsplatz vorzubeugen und Mobbingkonflikte nachhaltig zu bewältigen. Betroffene, Betriebs- und Personalräte erhalten Empfehlungen an die Hand, die auch in aussichtslos erscheinenden Fällen ein schrittweises Vorgehen zu konstruktiven Lösungen ermöglichen.

 Kundenrezensionen
Mobbing ist an vielen Arbeitsplätzen zu beobachten. Vorgesetzte und Kollegen versuchen, Konflikte mittels Schikane und Ausgrenzung auf Kosten anderer zu „lösen”. Die Folgen sind schwerwiegend: Für die Betroffenen reichen sie vom Verlust des Arbeitsplatzes über Klinikaufenthalte bis hin zum Suizid. Arbeitgeber sind mit einem schlechten Betriebsklima, hohen Ausfallzeiten und schlechten Arbeitsergebnissen konfrontiert. Die betriebliche Interessenvertretung ist oft unsicher, wie sie auf Mobbing reagieren soll.
Die Autoren - seit über zehn Jahren mit der Mobbingthematik in der deutschen Arbeitswelt befasst - zeigen rechtliche und außerrechtliche Handlungsmöglichkeiten auf. Ziel ist es, dem Mobbing am Arbeitsplatz vorzubeugen und Mobbingkonflikte nachhaltig zu bewältigen. Betroffene, Betriebs- und Personalräte erhalten Empfehlungen an die Hand, die auch in aussichtslos erscheinenden Fällen ein schrittweises Vorgehen zu konstruktiven Lösungen ermöglichen. Heinz Leymann hat vor mehr als zehn Jahren einen Begriff geprägt, der mancherorts zunächst belächelt und schlicht als Modewort abgetan wurde - von »Mobbing« war die Rede. Seitdem ist vieles geschehen. Niemand stellt die Existenz dieses Phänomens mehr in Abrede. Allenfalls wird geleugnet, dass es entsprechende Probleme im eigenen Betrieb oder der eigenen Dienststelle gibt. Der Mobbing-Problematik haben sich Esser und Wolmerath bereits zu einer Zeit angenommen, als sie zwar von Arbeitspsychologen schon diskutiert, unter Juristen aber noch unentdecktes Territorium war. Nach einer Reihe von Seminaren zu Mobbing wurde Anfang 1997 die erste Auflage des vorliegenden Ratgebers veröffentlicht. Nach gut acht Jahren liegt er nunmehr bereits in der sechsten Auflage vor - ein ganz ungewöhnlicher Erfolg. In dieser Zeit haben die Autoren ihr Werk weiterentwickelt, neue Erkenntnisse eingearbeitet und vor allen Dingen die immer reichhaltiger werdende Rechtsprechung berücksichtigt. Auch die verwendeten Begrifflichkeiten haben mittlerweile schärfere Konturen erhalten. Der Ratgeber enthält eine Fülle von Ratschlägen und praktischen Tipps, wie man in weniger schlimmen Fällen durch Gespräche und andere außerrechtliche Mittel eine Lösung finden kann. Aber auch für Situationen, in denen der Rückgriff auf geltendes Recht und vielleicht auch eine gerichtliche Auseinandersetzung unvermeidbar sind, bekommt der Leser umfassende Informationen, die in leicht zugänglicher Form präsentiert sind. Das Werk wendet sich in gleicher Weise an Mobbing-Betroffene wie an betriebliche Akteure, die sich entweder mit einem akuten Konflikt beschäftigen müssen oder die präventiv gegen das Entstehen solcher Situationen vorgehen wollen. Besonderes Interesse verdient die Musterbetriebs- bzw. Musterdienstvereinbarung. Diese orientiert sich an dem scheinbar so simplen Grundsatz: »Vorbeugen ist besser als heilen« und enthält zahlreiche Anregungen, wie die betriebliche Interessenvertretung unerträgliche Umgangsformen am Arbeitsplatz erfolgreich bekämpfen, insbesondere aber dafür sorgen kann, dass die Beschäftigten von Derartigem auch in Zukunft verschont bleiben. Da die Verhältnisse von Betrieb zu Betrieb und von Dienststelle zu Dienststelle unterschiedlich sind, werden keine Einheitsformulierungen, sondern flexible Bausteine angeboten, die sich je nach den konkreten Verhältnissen in unterschiedlicher Form einsetzen lassen. Esser und Wolmerath geben den Betriebs- und Personalräten mit ihrem Buch die nötigen Instrumente an die Hand, mit denen diese erfolgreich und mit Augenmaß gegen Mobbing am Arbeitsplatz vorgehen können.
Auch der sechsten Auflage dieses Standardwerks ist eine weite Verbreitung zu wünschen.
Quelle: Amazon.de

Vom Handball auf den Hund gekommen. Satiren. Parodien. Denkanstöße

Kurzbeschreibung
Eine soziale Partei als Arbeitgeber, da muss man eigentlich annehmen, als Arbeitnehmer das Paradies gefunden zu haben. Oder doch nicht?

Eine Autorin schlägt zurück! Ihr Name: Christa Lindenlaub. Der Grund ihres Aufbegehrens: Sie hat einfach keine Lust mehr, den Sündenbock zu spielen und genug von den Mobbing-Attacken um ihre Person. Ihre Motivation: Ihr ausgeprägter Gerechtigkeitssinn und das Wissen darum, wie die treue Wählerschaft wieder und immer wieder verschaukelt wurde.

Statt am Boden liegen zu bleiben, hat die Autorin nun zur Feder gegriffen. Die Begebenheiten, die sie schildert, schildert sie wahrheitsgetreu, bemerkt aber gleichzeitig, dass es nicht ihre Schuld ist, wenn die Leserschaft dieses Buches nach dem Lesen die Partei wechselt.

Kundenrezension 

Dieses Buch hat mich ergriffen und sehr zum Nachdenken angeregt. Es gibt einige Paralellen zu finden in Bezug auf meine berufliche Tätigkeit im Büro, nur dass ich eine Chefin hatte und keinen Chef und ich in der Logístikbranche tätig bin.
Genial finde ich die Einschübe mit dem Kleinhirn zur Gewissensbereinigung, die es sicher nie gegeben hat.
Ich habe dieses Buch an Kollegen und Bekannte weitergegeben- und empfohlen. Von jedem Einzelnen kamen positive Eindrücke zu diesem Buch.
Ich finde ihren Mut bewundernswert über so ein Thema zu schreiben und das in dieser genialen satirischen Form. Die Autorin erhält meine vollste Anerkennung und ich wünsche mir, noch mehr von ihr lesen zu können.  Mehr bei amazon.de

Praxishandbuch Mobbing

Besprechung des Praxishandbuchs Mobbing - Rechtsschutz aus dem C. F. Müller Verlag:Praxishandbuch Mobbing - Rechtsschutz , C. F. Müller Verlag, von Dr. Peter Wickler u. a. ISBN:3-8114-1856-4 

Mobbing im Arbeitsverhältnis gehört zur traurigen Realität des Arbeitsalltags in vielen deutschen Betrieben. Welche Äußerungen und welche Handlungen als Mobbing im Rechtssinne zu werten sind, ist zunehmend Gegenstand arbeitsgerichtlicher Auseinandersetzungen.

Der tatsächlichen Bedeutung von Mobbing stand eine bis dato geradezu stiefmütterlich zu bezeichnende rechtswissenschaftliche Aufarbeitung der rechtlichen Querschnittsmaterie Mobbingrechtsschutz gegenüber.

Dieses rechtswissenschaftliche Vakuum füllt das rund 450 Seiten umfassende Werk vortrefflich.

Das von vier ausgewiesenen Spezialisten auf dem Gebiet des Mobbingrechtschutzes verfasste Werk, mit dem allseits bekannten Vizepräsidenten des Thüringischen Landesarbeitsgerichts, Dr. Peter Wickler, an der Spitze, ist in fünf Teile untergliedert.

Teil 1 des Kompendiums klärt die Wissengrundlagen der Mobbingbekämpfung, indem es insbesondere die historische Entwicklung der Mobbingforschung nachzeichnet, den Gegenstand der Untersuchung festlegt und - last butnot least - die wirtschaftlichen und psychischen Folgen von Mobbing aufweist.

Der rechtliche Handlungsbedarf wird anschließend an zwei sehr instruktiven Beispielen illustriert. Die Rechtsentwicklung in Deutschland und der EU wird zutreffend wiedergegeben. Als etwas störend kann man die häufig unpräzise über das Ziel der wissenschaftlich zutreffenden Kennzeichnung hinausschießende Wortwahl des Autors empfinden. So verwundert es, wenn zügeloses Gewinnstreben auch in Kleinbetreiben als Ursache für Mobbing angeprangert wird, man sich gleichwohl der Terminologie der Shareholder-Value-Mentalität bedient, die allein im Rahmen von Aktiengesellschaften ihre Berechtigung hat. Zudem findet sich eine Tendenz zum starken überzeichnen dort, wo der Autor Despotisches Mobbing auf eine Stufe mit Sklavenhaltung setzt. Hierdurch gewinnt man wenig. Überdies ist zu Überlegen, ob die Schikanen eines Vorgesetzten gegenüber mehreren Untergebenen, wie sie von Dr. Wickler hier beschrieben werden, tatsächlich den rechtlichen Tatbestand des Mobbings erfüllen können, denn per definitionem ist Mobbing ja ein Verhalten, dass sich von einer Mehrzahl gegen einen oder wenige einzelne richtet und nicht umgekehrt.

Das Highlight aus meiner Sicht bildet der Teil 2 des Buches. In diesem werden die Rechtsgrundlagen der Mobbingbekämpfung umfassend dargestellt. Hervorzuheben ist hierbei die mit der Aufbereitung verbundene Arbeitserleichterung für die Praxis, insbesondere das mühsame Zusammentragen der öffentlich-rechtlichen Arbeits- und Beschäftigungsschutzbestimmungen und der hierzu ergangenen Rechtsprechung entfällt nunmehr. Die Ausführungen sind klar und prägnant. Die weiteren Darlegungen enthalten bis auf den eher rechtspolitische geprägten Unterabschnitt der Anforderungen an die Rechtsschutzeffektivität nur sattsam bekanntes zur Verletzung des Allgemeinen Persönlichkeitsrechtes und der persönlichen Ehre. Auch die Ausführungen zum Schmerzensgeldanspruch gehen inhaltlich über bereits zum juristischen Allgemeingut gehörende Erkenntnisse nicht hinaus.

Der sich systematisch anschließende Teil 3 zum Mobbingrechtschutz im Arbeitsverhältnis hat mich durch seine gut strukturierte Erfassung der Materie wie durch die Offenlegung des tatsächlichen Ablaufs des Mobbingmandats überzeugt. Im Rahmen der Betreuung von Mobbingmandanten gibt häufig das Wort des behandelnden Arztes den Ausschlag darüber, ob der Gemobbte eine gerichtliche Klärung seiner Ansprüche anstrengt oder nicht. Gefehlt hat mir bei den Ausführungen der Kollegin Dr. Hänsch zur Eigenkündigung und zum Schadensersatz nach § 628 BGB  ein Eingehen auf die Rechtsprechung des LAG Hessen, NZA 2002, 581, 582. Danach ist eine fristlose Eigenkündung des Gemobbten dann unwirksam, wenn wegen einer langwierigen Erkrankung des gemobbten Arbeitnehmers auch das Einhalten der ordentlichen Kündigungsfrist zumutbar wäre. Danach hätte der gemobbte Arbeitnehmer die Arbeit bis zum Ablauf der Kündigungsfrist ohnehin nicht wieder aufnehmen müssen, so dass auch der Schadensersatzanspruch nach § 628 Abs. BGB wieder entfiele.

Zu blutleer und unvollständig waren für meinen Geschmack die den Teil 3 abschließenden Ausführungen zur richtigen Antragsstellung. Auch wenn es uneingeschränktes Lob verdient, dass überhaupt Musteranträge mit abgedruckt wurden, ist die einschlägige Rechtsprechung zur fehlenden hinreichenden Bestimmtheit von Mobbingschutzanträgen nur in Teilen wiedergegeben. Die Rechtsprechung zur genauen Bestimmung des Arbeitsbereichs fehlt, LAG Berlin 16 Sa 970/02, ArbG Bielefeld, 5 Ca 2555/01. Die vorgenannten geringfügigen Schwächen sollten sich unproblematisch in der nächsten Auflage beheben lassen.

Die beiden Schlusskapitel Mobbingrechtsschutz im Beamtenverhältnis und Mobbingrechtschutz und Sozialrecht sind meiner Ansicht nach wieder ohne Fehl und Tadel. Insbesondere überzeugen beide Teile dadurch, dass die Grenzen erfolgreichen rechtlichen Handelns aufgezeigt werden. Damit wird es in beruhigender Art und Weise ermöglicht, den Gemobbten auch aufzuzeigen, ob und wann von der Einleitung gerichtlicher Schritte Abstand zu nehmen ist, weil die Erfolgsaussichten eines rechtlichen Vorgehens nicht gegeben sind.

Abgerundet wird das Werk durch einen Anhang, der alle Leitentscheidungen der Ober- und Instanzgerichte zum Themenbereich Mobbing vollständig erfasst.

Trotz des nicht unbeträchtlichen Preises von € 59,80 kann das Werk  uneingeschränkt empfohlen werden. Den Verfassern sei dafür gedankt, dass sie einer rechtlichen Querschnittsmaterie die notwendige rechtliche Fundierung gegeben haben.

Dr. jur. Frank Sievert, Hamburg

Mobbing von Annette Pehnt

 Rezension von Dr. jur. Frank Sievert
Die Gesellschaftskrankheit Mobbing findet durch die steigende Anzahl der Betroffenen immer häufiger ihre literarische Festschreibung. Im Gegensatz zum Mainstreamroman  geht die Autorin auf wundersame Weise einen schonungslosen, sich aber nicht in der Beschreibung der Boshaftigkeit der Mobber ergehenden Weg, die Welt der Betroffenen zu zeichnen.
Die Autorin verschiebt die übliche Erzählperspektive vom Mobbingopfer hin zu seiner Lebensgefährtin. Hierdurch gelingt es Annette Pehnt, die Beschreibung der Ratlosigkeit, Verzweiflung und des Unwissens, wie eine derartige Ausnahmesituation an einem Arbeitsplatz entstehen kann, durch die Augen eines nur in zweiter Linie Beteiligten aufzubereiten. Zum Inhalt:
Joachim Rühler, seines Zeichens Angestellter der Stadtverwaltung, führt ein nahezu perfektes Leben. In seinem Büro herrscht ein angenehmes Arbeitsklima, er versteht sich mit seinen Kollegen und sein bester Freund Markus bringt dort zusätzlich Impulse. Diese  lassen ihn die belastenden und kräftezehrenden Aspekte eines Angestelltenverhältnisses für klein und unbedeutend erachten.
Er genießt seine Arbeit, betreut er doch bedeutende und interessante Sonderaufgaben, wie die organisatorische Leitung der fünfhundertjährigen Jubiläumsfeier der Stadtgründung und des alljährlichen Jugendaustauschs mit einer französischen Stadt.
Die Familie der Erzählerin des Romans kann sich glücklich schätzen - bis zu dem Zeitpunkt, an dem Joachims neue Chefin das Ruder der Stadtverwaltung in die Hand nimmt.

Es häufen sich die zwanghaften Umstrukturierungen und das Aufbrechen funktionaler Gruppen. Kompetenzen werden entzogen und umverteilt, Fassungslosigkeit und Unsicherheit beginnt das Arbeitsklima zu dominieren.
Im Lauf der Zeit muss die Erzählerin miterleben, wie sich ihr Mann von einem strahlenden Souverän in einen verbissenen Grabenkämpfer verwandelt. Dieser hat, nachdem sein Freund Markus die Stadtverwaltung verlässt, immer stärker mit der opportunistisch bedingten Umverteilung der Sympathie im Angestelltenkreis zu kämpfen, da er aus seiner von Anfang an bestehenden Abneigung gegenüber der neuen Chefin zumindest im Privaten kein Hehl machte.

Doch die Erzählerin kann kein echtes Verständnis für ihren Mann aufbringen, es fehlt ihr an der direkten Betroffenheit. Sie ist nicht in der Lage, eine klare Position zu beziehen oder abzuwägen, welche der Erzählungen ihres Mannes durch seine Voreingenommenheit der Chefin gegenüber und durch seine Verbitterung über Markus Ausscheiden aus der Stadtverwaltung geprägt sind.
Versuche der Erzählerin zu beschwichtigen, zum Perspektivwechsel anzuregen und Probleme zu erörtern, scheitern. Spätestens mit folgender Kündigung des Angestelltenverhältnisses verschärft sich die Situation im Hause der Erzählerin ernsthaft. Die Erzählerin, welche den Ernst des vergifteten Arbeitsklimas nie ganz verstehen konnte, muss mit Erstaunen feststellen, dass die Kündigung voll unerwarteter Anschuldigungen strotzt. Ihr Ehemann habe Geld unterschlagen und sei für seine Arbeitskollegen eine nicht mehr tragbare Belastung mit seinem unpünktlichen Erscheinen, seiner Unzuverlässigkeit und seiner persönlichen Art im Allgemeinen. Die Erzählerin zweifelt.
Was soll sie glauben? Hat sich die Situation unter Mitwirkung ihres Ehemannes hochgeschaukelt?

Dieser hat in letzter Zeit eine drastische Veränderung von dem Joachim, den sie lieben lernte, hin zu dem ständig missmutigen Stadtverwaltungsangestellten, mit dem keine normale, zwanglose Unterhaltung mehr möglich ist, durchgemacht. Aber die tatsächlich unglaublichen Anschuldigungen der Kollegen, welche sich immer als gute Freunde von Joachim präsentierten, scheinen den Ehemann von jeglicher Schuld freizusprechen.
Die Familie Rühler steht vor dem finanziellen und gesellschaftlichen Ruin. Ohne Arbeit, mit Kindern, welche versorgt werden wollen, und einem Rechtsanwalt, welcher eine schier unendlich lang erscheinende Zeit für die gerichtliche Klärung der Kündigung zu benötigen scheint, sind die Konten chronisch leer. Selbst der erhoffte Frieden, der nach dem Ende des zerstörerischen Arbeitsalltags hätte einsetzen können, bleibt aus.

Joachim Rühler, der ja nun Zeit für viele erbauliche Beschäftigungen haben sollte, kann seine vorübergehende Arbeitslosigkeit nicht so nutzen, wie es der Erzählerin aus ihrer Perspektive der ständig unter Wind stehenden Hausfrau und Mutter vorschwebt. Weder das Klavierspielen noch die Beschäftigung mit den Kindern scheint aus dem angeschlagenen Kämpfer wieder eine Frohnatur machen zu können. Krise reiht sich an Krise, ob finanziell oder zwischenmenschlich, die Kräfte, die es gestattet hätten, einen Weg in die Normalität zurück zu finden, sind verbraucht.
Letztendlich schafft es der Rechtsanwalt, eine Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses zu erstreiten, doch es ist ein Phyrrussieg: Obwohl sämtliche Vorwürfe, wie die vorgeworfene Unterschlagung vor Gericht geklärt werden konnten und somit Joachim Rühler als rehabilitiert gelten sollte, setzten sich die Mobbinghandlungen auf subtile Art und Weise fort: Der Arbeitsplatz wird in einen staubigen Container ohne Klimaanlage auf dem Außengelände der Stadtverwaltung verlegt. Die Arbeitsaufträge gewinnen zwar an Anspruch, allerdings geht die Sinnhaftigkeit der Aufträge verloren und die Arbeiten von Joachim Rühler wandern unverwertet ins Altpapier.
Joachim Rühler, der einen harten Kampf gegen die Ungerechtigkeit führte und sich in seiner neuen Lage dennoch als Sieger fühlt, findet eine ausgebrannte Ehefrau an seiner Seite vor. Diese hatte im Laufe der Monate der innerfamiliären Auseinandersetzungen immer stärker resigniert.

Die Autorin beschreibt präzise und schnörkellos die Entfremdung, welche sich häufig zwischen Lebenspartnern einstellt, welche in harten Zeiten keine Leidensgenossen sind. Ihre ehrliche und schonungslose Darstellung kann eine große Hilfe für Betroffene der zweiten Ebene bedeuten, die sich anhand des Buches selber prüfen sowie hinterfragen können und hoffentlich einen gelasseneren Umgang mit  Mobbingopfern im Verwandtenkreis finden können. Natürlich eröffnet der Roman auch direkt Betroffenen die Möglichkeit, ihre Kommunikation der Mobbinghandlungen  innnerfamiliär besser zu gestalten.
Deutlich wird auch, dass eine genaue Absprache mit einem Rechtsanwalt in Kündigungsschutzangelegenheiten wichtig für die Chance ist, ohne gravierende Blessuren aus dem „Arbeitskampf der anderen Art“ hervorzugehen. Auch wenn die Thematik des Romans nicht für Freunde der leichten Unterhaltung geeignet ist, so muss als Fazit dennoch ganz klar ausgesprochen werden: Prädikat „empfehlenswert“.

Dr. Frank Sievert, Hamburg, November 2007

    Mehr bei amazon.de:

So lebensnah wie ein Ratgeber
Dieser Roman vermittelt das Problem Mobbing so lebensnah und echt wie sonst nur Sachbücher oder Ratgeber, z.B. das Buch “Mobbing - Frauen steigen aus”.

|